Erfahrung und Realität


Ein Kind weiß beim Spielen, dass es spielt. Es glaubt nicht, dass im kleinen Plastikedelstein tatsächlich eine kleine Fee wohnt, aber die Freude darüber, dass im Spiel alle so tun, als ob dieser Stein eine magische Kostbarkeit wäre, ist absolut wirklich.

Man könnte auch sagen, nicht was wir erfahren, ist real, aber die Erfahrung selbst schon!

Kinder können noch wechseln zwischen den Welten. Könnten wir es wieder lernen?

Holger Lendt und Lisa Fischbach in „Treue ist auch keine Lösung“


Das Leben um uns herum triggert in uns immer wieder alte Erinnerungen und damit auch alte Erfahrungen. Wir projizieren dann unsere Geschichte auf das jetzige Geschehen und erleben dabei die Gefühle und Impulse aus der alten Geschichte. Anders gesagt: Wir befinden uns im Hier und Jetzt, aber erfahren die Gefühle aus der alten Geschichte. Erfahrung und Realität sind hier also nicht das gleiche!

Um unangenehme alte Gefühle nicht mehr fühlen zu müssen, versuchen wir nun, unsere Situation im Hier und Jetzt zu verändern. Das gelingt natürlich nur sehr eingeschränkt, weil die Erfahrung ja durch die Erinnerung ausgelöst wird, und nicht durch die aktuelle Situation.

Die alten Gefühle nicht weghaben zu wollen, sie zu fühlen und trotzdem den alten Geschichten nicht mehr zu glauben – das ist etwas, was wir wieder lernen können. Und das ist auch immer ein Thema in unseren Workshops.


Bild: Lucy in the sky © chlarallly @ flickr.com – http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

 

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